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Behelfs-Haltestelle


Für einen kleinen Haltepunkt der Nebenbahn von Sankt Margarethen nach Bad Cornelienthal benötigte ich passende Gebäude, die dem "Bedarfshaltepunkt" - nur wenige Züge halten hier um Wanderer, die das Golfhotel im Norden oder das Kloster im Süden zu Fuß erreichen wollen, abzusetzen oder aufzunehmen - und seiner untergeordneten Bedeutung Ausdruck verleihen.

Hierzu kam mir sofort ein Entwurf von PitPeg in Erinnerung, welches er in seinen Bauprojekten im MIBA-Report 12 im Jahr 1981 veröffentlicht hat.
Im Entwurf von PitPeg beinhaltet das Gebäudeensemble noch einen alten, aufgebockten Güterwagen, der wohl als Güterschuppen dienen sollte. Da aber an meinem Haltepunkt keinerlei Güterverkehr statt findet, habe ich auf die Nachbildung dieses Schuppens verzichtet.

Das im Original wohl aus zwei alten Güterwagen mit Tonnendach erstellte Dienstgebäude ist in meinem Fall angenommener Maßen nur während der Wandersaison an Wochenenden und Feiertagen besetzt und somit bereits einem stärkeren Verfall ausgesetzt.

Basis meiner Planung war der bereits genannte MIBA-Report 12. Nachdem ich die Maße aus PitPeg's Skizzen überprüft hatte kam ich zu dem Ergebnis, dass die Zeichnung nahezu exact im Maßstab 1:87 erstellt ist.

Somit konnte ich die Maße direkt abehmen und in den Maßstab 1:160 umrechnen.
Um nicht mit all zu ungeraden Maßen arbeiten zu müssen, habe ich die errechneten Werte auf volle zehntel Millimeter gerundet.

Nachdem alle Maße in meinem N-Maßstab berechnet waren, wurden die einzelnen Wandteile mit Hilfe des Zeichenprogrammes CorelDraw im Computer erstellt, wobei natürlich auch Tür- und Fensterausschnitte eingearbeitet wurden.

Anschließend wurden die Bauteile spiegelverkehrt (auf den Grund gehe ich nächsten Schritt ein) auf Selbstklebeetiketten ausgedruckt.
Die Gebäude des Haltepunktes - oder vermutlich trifft die Bezeichnung Hütten besser zu - sollen aus Evergreen-Strukturplatten erstellt werden.
Auf Grund des kleinen Maßstabes habe ich 0,75 mm für die Breite der Bretterstruktur gewählt.

Die Wandteile der Hütten sollen aus 1 mm starkem Material bestehen, soweit die Bretterstruktur nur von einer Seite sichtbar ist.

Wandteile die von beiden Seiten einsehbar sind und somit auch innen und außen die Bretterstruktur vorhanden sein muss, sollen aus 0.5 mm starkem Material hergestellt werden, wobei zwei Strukturplatten gegeneinander geklebt werden sollen.
Dies ist z.B. bei den Innenwänden der Wartehalle der Fall sowie bei den Windschutzblenden, die das Fenster des Fahrkartenverkaufs gegen Witterungseinflüsse schützt.

Auch die Toilettentüren der Wartehalle werden aus dem 0.5 mm starkem Polystyrol angefertigt.

Die Ausdrucke werden nun von hinten - deshalb auch spiegelverkehrt - auf die Evergreen-Platten geklebt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Etiketten-Ausdrucke wirklich rechtwinklig zum Strukturverlauf aufgeklebt werden, damit unsere Wände nach dem Zuschneiden nicht windschief sind und die Bretterstruktur gerade nach unten verläuft.

Wer die Ausdrucke gerne von vorn - dann natürlich nicht spiegelbildlich - aufkleben will, kann dies auch tun, und die Rechtwinkligkeit zur Bretterstruktur lässt sich so auch besser herstellen.
Allerdings wirft sich der weiche Evergreen-Kunststoff beim Anritzen mit dem Messer leicht auf, was nach der Montage nicht schön aussieht und höheren Aufwand bei der Nacharbeitung erfordert.

Das Anritzen der Platten von der Rückseite und das anschließende Ausbrechen der Wandteile ergibt eine schönere und glatte Kante.

So werden alle Wandteile hergestellt und Fenster-/Türöffnungen ausgeschnitten - ich habe die Öffnungen mit einer Proxxon-Fräse aus dem Kunsstoff herausgefräst (jedoch Vorsicht, der Kunsstoff ist sehr hitzeempfindlich).
Nachdem die Passgenauigkeit der einzelnen Wandteile (die Klebeetiketten auf der Rückseite wurden inzwischen wieder abgezogen) überprüft und evtl. nachgearbeitet wurde, können die einzelnen Wandteile zusammengefügt werden.

Um sicherzustellen, dass die kleinen Hütten im Winkel verklebt werden, habe ich mir kleine Platten aus 2 mm Polystyrol geschnitten, an denen ich die Wände ausrichte.

Selbstverständlich könnte man auch komplette Bodenplatten für die einzelnen Hütten machen, aber bei der kleinen Grundfläche erschiem mir das nicht erforderlich.

Die Wandteile wurden mit herkömmlichen Kunststoffkleber zusammengefügt.



Rahmen und Kreuze von Fenstern und Türen entstehen aus 0,25 x 0,5 mm-Profilen. Ich klebe die Profile zunächst auf eine dünne Evergreen-Platte (0,16 mm) und schneide die Fensteröffnungen dann mit einem Skalpell aus.
So erhalte ich eine hohe Stabilität der Rahmen und die Folie für die Glasnachbildung wird nicht mit Kleber verschmiert.

Nachdem die Wände ihren Grundanstrich erhalten haben, werden die Fenster mit Klarsichtfolie "verglast" und in die Wände eingeklebt.

Die WC-Türen für die Wartehalle wurden aus 0,5 mm starken Strukturplatten ausgeschnitten, grün lackiert und ebenfalls en den vorgesehenen Positionen angebracht.

Im nächsten Arbeitsschritt widmen wir uns dem Aufbau und der Gestalting der Dächer.



Als Basis für die Dachgestaltung muss wieder 0,16 mm Polystyrol herhalten, da es sich sehr gut den Rundungen der Tonnendächer anpassen lässt.

Auf die Dachfläche werden anschließend Profile (0,5 mm breit, 0,25 mm hoch) aufgeklebt. Darüber wird dann eine Lage eines Papiertaschentuches gelegt und mit Klebstoff den Konturen angepasst. Anschließend erfolgt die Farbgebung je nach eigenem Geschmack.

Die Wartehalle wollte ich eigentlich mit schmalen Streifen aus feinem Schmirgelpapier bekleben, die wie im Original sich überlappende Dachpappe darstellen sollte.
Allerdings trug das Schmirgelpapier auf Grund seiner Dicke zu stark auf und sah nicht mehr realisisch aus.
Deshalb bekam dieses Dach eine durchgehende Lage "Dachpappe" und wurde anschließend ebenfalls farblich behandelt.


Da die Gebäude des Haltepunktes ja in verwitterter Holzoptik gestaltet werden sollte, mußte natürlich noch braune Holzfarbe ins Spiel kommen.

Da aber verwittertes Holz eher grau ist, wurde das ursprüngliche Holzbraun nur granierend auf die Wände aufgebracht und abschließend noch einmal mit wenit weiß übergraniert.

Das Ofenrohr wurde aus dünnem Rundmaterial erstellt und über dem Fenster des "Schalterraumes" angebracht.

Bevor die Behelfshaltestelle an ihrem Standort eingebaut wird, werden noch Bänke in der Wartehalle, ein Fahrplan neben dem Fenster für den Fahrkartenverkauf und die Fensterläden angebracht.

Damit ist eine kleine Feierabendbastelei, die auch am "Küchentisch" erfolgen kann, abgeschlossen.
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